Fotis Jannidis
Hinweise zum Erstellen von Hausarbeiten
finden Sie hierSeminare und Vorlesung
SS 2010
VL Populäre Kultur
Das Populäre war in Zeiten, als das Bildungsbürgertum den Ton angab, nur der Rede wert,
wenn es das Populäre längst vergangener Zeiten war - dann fand es als Volkslied oder
Märchen Eingang in den Kanon. Ansonsten aber blieb es verfemt. Das änderte sich auch
nicht mit dem kulturellen Umbruch der 1968er, da die Ideologiekritik im Populären immer
nur das Affirmative sehen konnte, das die schlechten Verhältnisse maskierte und stützte. Mit
den englischen Culture Studies hat sich die Einstellung zum Populären geändert und
inzwischen gibt es eine Vielfalt von Ansätzen für eine Theorie der Populärkultur. Das
spiegelt nur einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel wieder: Das Populäre erfährt
heute eine ganz neue Wertschätzung als wichtiges Instrument des hedonistisch orientierten
Lesemilieus. Die Vorlesung wird einen Überblick über diese Theorien bieten und dabei auch
erproben, wie brauchbar die vorgestellten Ansätze in der konkreten Anwendung sind.
Zeit: Di. 16:45-18:15h
Raum: Phil.-Geb. / Hörsaal 06
HS Faust II
Der zweite Teil von Goethes berühmtesten Drama gilt als schwierig und unzugänglich. Wer sich aber die Mühe macht, den Text zu lesen und zu verstehen, der wird hier nicht nur einen Altmeister des Dichtens erleben können, sondern ein interessantes und auch aktuelles Medium der Reflexion über den Status des Menschen in einer säkularisierten Welt finden.
Wir werden im Seminar folgende Ausgabe verwenden, die auch eine gute Auswahl wichtiger Paralipomena und vor allem den besten Kommentar enthält: Goethe: Faust und Kommentar. Hg. v. Albrecht Schöne. Frankfurt: Insel 2009.
Um die Diskussion auf eine gemeinsame Grundlage zu stellen, werden wir außerdem zwei Begleitbücher verwenden, die eine gute Einführung in die kritische Diskussion und die zentralen Interpretationsprobleme bieten: Jochen Schmidt: Goethes Faust. München: Beck 2001. Karl Eibl: Das monumentale Ich - Wege zu Goethes Faust. Frankfurt a.M.: Insel 2000. (Dieser Band ist zur Zeit leider vergriffen; bitte verwenden Sie die Kopiervorlage in der Bibliothek.)
Zeit: Di. 9:45-11:15h
Raum: Phil.-Geb. / Übungsraum 12
OS Kleists 'Berliner Abendblätter'
Das Oberseminar dient der Vorbereitung eines Editions- und Forschungsprojektes, das drei Ziele verfolgt. Erstens sollen Heinrich von Kleists „Berliner Abendblätter“, erstmals erschienen vom 1.10.1810 bis zum 30.3.1811, erneut als (diesmal kostenlose) Tageszeitung mit elektronischer Post ausgegeben werden, und zwar im Originalrhythmus der Erstpublikation, allerdings genau um zweihundert Jahre versetzt, vom 1.10.2010 bis zum 30.3.2011. Zweitens sollen unterschiedliche Editionsformen durchdacht werden, die den zeitlichen Rhythmus der Erstpublikation auch nach dieser Jubiläumsausgabe visuell erfahrbar machen, und dies auf eine Weise, die nicht nur hübsch, sondern für die literaturwissenschaftliche Forschung auch relevant ist. Drittens schließlich soll das literatur-, kultur- und wissenschaftsgeschichtliche Umfeld, in das die „Abendblätter“ eingebunden sind, erfasst und mit den Mitteln der Computerphilologie für die Forschung zugänglich gemacht werden.
Zeit: Mi. 16:45h-18:15
Raum: Phil.-Geb. / Übungsraum 15
HS Grimmelshausen: Simplicissimus Teutsch
Aus dem reichen literarischen Leben des Barock hat es nur ein Roman in den bildungsbürgerlichen Kanon geschafft: der Schelmenroman Simplicissimus Teutsch. Die plastische und welthaltige Erzählweise macht den Roman immer noch zu einem Genuß, auch wenn man die emblematischen und allegorischen Zeichen des Romans nicht zu lesen weiß. Das Seminar wird den umfangreichen Roman in seinem historischen Kontext erschließen und damit an die Funktionsweise barocker Literatur heranführen. Grundlage des Seminars ist folgende Ausgabe: Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen: Simplicissimus Teutsch: Text und Kommentar. Hg. von Dieter Breuer. Frankfurt: Deutscher Klassiker Verlag Taschenbuch. ISBN: 3618680023.
Zeit: 9:45h-11:15h
Raum: Phil.-Geb. / Übungsraum 12
OS Moderne Literaturtheorie
Zeit:
Raum:
Doktorandenkolloquium
Zeit: Mi. 18:30-20:00
Raum: Phil.-Geb. / 4.O.3
WS 2009/2010
VL Digital Humanities
HS Faust I
HS Galante Romane
Die galante Literatur, die ungefähr zwischen 1675 und 1730 entstand, ist von der Literaturgeschichte lange Zeit vernachlässigt worden. Sie galt späteren Jahrhunderten als moralisch anrüchig und - aufgrund des starken französischen Einflusses - unnational, vor allem aber galt sie, gemessen an den Maßstäben der Klassik, als ästhetisch misslungen. Das hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt, aber auch heute noch sind die Romane dieser Zeit weitgehend unbekannt und im Buchhandel auch gar nicht zu bekommen. Das Seminar will zwei dieser Texte eingehender analysieren: Christian Friedrich Hunold: Die liebenswürdige Adalie (1702) und Johann Gottfried Schnabel (bekannt als Autor der Insel Felsenburg): Der im Irrgarten der Liebe herumtaumelnde Kavalier (1738). Die Texte sind nicht ganz einfach zu lesen, nicht weil sie sonderlich kompliziert wären, sondern weil sie in vielerlei Hinsicht den heutigen Erwartungen an Literatur nicht entsprechen. Ziel des Seminars wird es sein, Form und Funktion dieser Romane zu untersuchen. Textgrundlage: Der Roman von Schnabel erschien 1973 in Leipzig bei Insel in einer leidlich brauchbaren Ausgabe (Hg.v. Werner Schubert, Holzstiche von Hans-Joachim Walch). Er ist im Buchhandel nicht mehr lieferbar, aber es gibt noch zahlreiche Exemplare bei ZVAB (www.zvab.de), die alle billiger sind als eine Kopie. Die meisten anderen Ausgaben des Romans sind nicht brauchbar; kaufen Sie also bitte nur diese. Den Roman von Hunold gibt es nur in einem Reprint (Metzler 1967). Der ist leider recht teuer, daher wird Ihnen dafür ein Exemplar als Kopiervorlage zur Verfügung gestellt.
OS Literaturtheorie der Gegenwart
SS 2009
VL Erzähltheorie
Der Mensch organisiert sein Wissen nicht nur durch Kategorisierung, sondern, so das Ergebnis der letzten Jahrzehnte, ebenso durch Narration. Diese Einsicht hat in den letzten Jahrzehnten zu einem neuen Aufstieg der Erzähltheorie geführt. Zum einen wurden Themen und Fragestellungen der klassischen Erzähltheorie aufgegriffen und weitergeführt, zum anderen ganz neue Konzepte und Ansätze vorgelegt. Inzwischen ist, nicht zuletzt aus der Perspektive einer kognitionswissenschaftlich orientierten Narratologie, gerade der expansionistische Anspruch der Erzähltheorie wiederum in die Kritik geraten. Die Vorlesung wird einen Überblick über diese Entwicklung geben. Ausgangspunkt ist die klassischen Narratologie und die Frage der Übertragbarkeit ihrer Konzepte auf andere Medien, z.B. Film oder Computerspiel, und am Ende steht die Neufundierung und Reformulierung durch die kognitive Narratologie.
HS Digitale Editionen
Historisch-kritische Ausgaben sind die Flagschiffe der editionsphilologischen Tätigkeit, aber die Frequenz ihrer Nutzung steht in einem offensichtlichen Gegensatz zum Aufwand ihrer Erstellung. Einer der wesentlichen Gründe dafür ist ihre Komplexität, die in den letzten Jahren mit den wachsenden Ansprüchen an ihre Fähigkeit, das historische Material möglichst genau wiederzugeben, immer weiter gestiegen ist. Digitale Editionen mit ihrer Trennung von Archiv und Sichten auf das Archiv ermöglichen es, komplexitätsreduzierende Sichten anzubieten, ohne damit die gesamte Ausgabe einzuschränken, und erlauben aufgrund ihrer Multimedialität neue Strategien der Visualisierung komplexer Daten. Das Seminar wird einen Überblick über existierende digitale Editionen geben, um dann auf ihre Erstellung, insbesondere auf die Textkodierung einzugehen.
Literatur.
Erwünschte Vorkenntnisse: Die Lektüre von Bodo Plachtas Büchlein über Editionsphilologie (Reclam) und leidliche Englischkenntnisse, da einige der Editionen und die Handbücher zur Textkodierung in englischer Sprache sind. Technische Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt.
HS Erzählungen des 19. Jahrhunderts
Die Entstehung und Ausdifferenzierung des modernen Literaturmarktes im Laufe des 19. Jahrhunderts hat von den Anfängen in der Romantik bis zum Ende in der frühen Moderne zu einer vorher nie dagewesenen Explosion von Schreibstrategien, von neuen Formen des Erzählens und – sehr lange Zeit – der Exploration von gesteigerten Formen des Mimetischen geführt. Erzählungen sind im neu entstandenen Zeitschriftenmarkt eine interessante Verdienstmöglichkeit für Autoren geworden, gleichzeitig haben die Eigenheiten des Mediums auf die Gestalt der Texte zurückgewirkt. Das Seminar will dieser Entwicklung auf dem Gebiet der Erzählung nachgehen.
Oberseminar
Im Oberseminar werden aktuelle theoretische Texte behandelt.
WS 2008/09
VL Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Die Vorlesung informiert über die den Aufbau des Faches Neuere Deutsche Literaturwissenschaft. Nach einer allgemeinen Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten werden Techniken und Grundbegriffe der einzelnen Teilfächer und Wissensfelder vermittelt: Literaturtheorie, gattungsspezifische Textanalyse – Narratologie, Lyrik- und Dramenanalyse –, Metrik, Rhetorik, Editionsphilologie, Geschichte des Fachs Germanistik. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Interpretationstheorie und -praxis.
Die Vorlesung wird von einem Tutorium begleitet, in dem der vermittelte Stoff in der praktischen Anwendung eingeübt werden kann. (Termine der Tutorien vgl. die Website des Instituts)
1. Sitzung↑ -
2. Sitzung↑ -
3. Sitzung↑ -
4. Sitzung↑ -
5. Sitzung↑ -
6. Sitzung↑ -
7. Sitzung↑ -
8. Sitzung↑
(+ Reime)↑ -
9. Sitzung↑ -
10. Sitzung↑
Voraussetzung zum erfolgreichen Abschluß: Teilnahme und Bestehen der Klausur
Zeit: Di. 11:40 13:20
Raum: S202/C205
Anfang: 21.10.2008
PS Bürgerliches Trauerspiel
Die Gattung des bürgerlichen Trauerspiels nimmt eine merkwürdige Position in der deutschsprachigen Literaturgeschichte ein. Einerseits gibt es schon lange keine neuen bürgerlichen Trauerspiele mehr, und die Gattung gehört eindeutig einer bestimmten, schon längst vergangenen historischen Konstellation an. Andererseits sind überraschend viele Gattungstexte in den Kanon der deutschen Literatur aufgenommen worden: Lessings Miß Sara Sampson ebenso wie seine Emilia Galotti, Schillers Kabale und Liebe und Hebbels Nachzügler Maria Magdalena. Die Texte können immer noch emotional anrühren und haben die Literaturgeschichte vor eine Reihe von handfesten Problemen gestellt: Was genau bedeutet das 'bürgerlich' im Namen der Gattung? Wodurch wurden das neue Personal und die neuen Themen der Gattung literaturfähig? Wie verwenden die jeweiligen Autoren die schnell etablierten Standardelemente der Gattung für ihre jeweiligen Zwecke? – Das Seminar wird sich auf die Geschichte der Gattung im 18. Jahrhundert beschränken. Neben den bereits erwähnten Texten von Lessing und Schiller wird Johann G.B. Pfeils Drama Lucie Woodvil behandelt, das typisch für den nicht kanonisierten Teil der Gattung ist. 'Gattung' ist offensichtlich ein Leitbegriff des Seminars und entsprechend wird der Begriff anfangs auch allgemeiner diskutiert werden.
Lit.: Die Dramen von Lessing und Schiller bitte als Reclamtexte mitbringen; Lucie Woodvil und evtl. ein weiterer Text werden als Kopiervorlage zur Verfügung gestellt.
Anmeldung: Eintragen in der Liste, die im Sekretariat ausliegt.
Zeit: Mi. 09:50 - 11:30
Raum: S103/100
Anfang: 15.10.2008
HS Genetische Editionen
Textausgaben bilden die Grundlage aller Auseinandersetzung mit literarischen Texten, ihre Geschichte, Einrichtung und Herstellung gerät im Studium meist zu selten in den Blick. Das geplante Hauptseminar wird sich mit einem Ausgabentypus befassen, der sich im Laufe des 20. Jhs. im Zuge eines wachsenden Interesses an Prozessen dichterischer Produktion zum Kern der wissenschaftlichen Editorik entwickelt hat. Wir fragen nach den Voraussetzungen und Zielen genetischer Texteditionen, erörtern die einschlägigen theoretischen Texte und werden am Beispiel prominenter genetischer Ausgaben (Hölderlin, C.F. Meyer, Heym, Trakl, Celan) unterschiedliche editorische Verfahren kennenlernen. Im Blick auf ein gerade beginnendes Editionsprojekt zu Goethes 'Faust' sollen vor diesem Hintergrund schließlich aktuelle Möglichkeiten und Herausforderungen genetischen Edierens im digitalen Zeitalter thematisiert werden.
Das Seminar wird zusammen mit der Leiterin des Frankfurter Hochstifts, Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, an der Frankfurter Universität abgehalten.
Anmeldung: Email an cbuck@goethehaus-frankfurt.de (bitte mit Hinweis, dass Sie an der TUD studieren).
Zeit: Mi. 16:00 - 18:00
Raum: Universität Frankfurt HZ 13 (Grüneburgplatz 1, Hörsaalzentrum)
Anfang: 15.10.2008
OS Literaturtheorie der Gegenwart
Das Oberseminar wird ausgewählte Texte der neueren Literaturtheorie behandeln.
Anmeldung: In meiner Sprechstunde.
Zeit: 16:15 - 17:55
Raum: S103/296
Anfang: 21.10.2008
SS 2008
Text 2.0 (VL)
In den letzten Jahrzehnten hat sich das Verständnis dessen, was ein Text ist, grundlegend gewandelt. Zum einen gibt es vor allem durch die digitalen Medien neue Gebrauchsformen, die den Textbegriff ändern, zum anderen hat aber auch die wissenschaftliche Reflexion über Texte in der Linguistik, Medientheorie, Computerphilologie, Philosophie neue Aspekte des Textes sichtbar gemacht. Soweit ich das überblicke, gibt es allerdings bislang keinen Versuch, all diese Innovationen in ein Bild zu integrieren. Einen ersten Versuch in diese Richtung soll diese Vorlesung darstellen.
Zeit: Mi. 11:40-13:10h
Raum: S115/133
Folien:
1. Sitzung -
2. Sitzung -
3. Sitzung -
4. Sitzung -
5. Sitzung -
6. Sitzung -
7. Sitzung -
8. Sitzung*
Fragen zur Klausur und die Antworten
*Ergänzung zur 8. Sitzung als mp3-file
oder als flash-file (Kann mit dem Adobe Media Player angesehen werden.)
Galante Romane (HS)
Die galante Literatur, die ungefähr zwischen 1675 und 1730 entstand, ist von der Literaturgeschichte lange Zeit vernachlässigt worden. Sie galt späteren Jahrhunderten als moralisch anrüchig und - aufgrund des starken französischen Einflusses - unnational, vor allem aber galt sie, gemessen an den Maßstäben der Klassik, als ästhetisch misslungen. Das hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt, aber auch heute noch sind die Romane dieser Zeit weitgehend unbekannt und im Buchhandel auch gar nicht zu bekommen. Das Seminar will zwei dieser Texte eingehender analysieren: Christian Friedrich Hunold: Die liebenswürdige Adalie (1702) und Johann Gottfried Schnabel (bekannt als Autor der Insel Felsenburg): Der im Irrgarten der Liebe herumtaumelnde Kavalier (1738). Die Texte sind nicht ganz einfach zu lesen, nicht weil sie sonderlich kompliziert wären, sondern weil sie in vielerlei Hinsicht den heutigen Erwartungen an Literatur nicht entsprechen. Ziel des Seminars wird es sein, Form und Funktion dieser Romane zu untersuchen. Textgrundlage: Der Roman von Schnabel erschien 1973 in Leipzig bei Insel in einer leidlich brauchbaren Ausgabe (Hg.v. Werner Schubert, Holzstiche von Hans-Joachim Walch). Er ist im Buchhandel nicht mehr lieferbar, aber es gibt noch zahlreiche Exemplare bei ZVAB (www.zvab.de), die alle billiger sind als eine Kopie. Die meisten anderen Ausgaben des Romans sind nicht brauchbar; kaufen Sie also bitte nur diese. Den Roman von Hunold gibt es nur in einem Reprint (Metzler 1967). Der ist leider recht teuer, daher wird Ihnen dafür ein Exemplar als Kopiervorlage zur Verfügung gestellt.
Zeit: Do. 9:50-11:20h
Raum: S103/175
Literaturtheorie der Gegenwart (OS)
gemeinsam mit Julika Griem
Das Seminar behandelt Literaturtheorie der Gegenwart. Die Texte werden am Anfang des Seminars bekanntgegeben.
Zeit: Mi. 16:15-17:45h
Raum: S103/184
WS 2007/08
Forschungssemester
SS 2007
Populäre Kultur (VL)
Das Populäre war in Zeiten, als das Bildungsbürgertum den Ton angab, nur der Rede wert,
wenn es das Populäre längst vergangener Zeiten war - dann fand es als Volkslied oder
Märchen Eingang in den Kanon. Ansonsten aber blieb es verfemt. Das änderte sich auch
nicht mit dem kulturellen Umbruch der 1968er, da die Ideologiekritik im Populären immer
nur das Affirmative sehen konnte, das die schlechten Verhältnisse maskierte und stützte. Mit
den englischen Culture Studies hat sich die Einstellung zum Populären geändert und
inzwischen gibt es eine Vielfalt von Ansätzen für eine Theorie der Populärkultur. Das
spiegelt nur einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel wieder: Das Populäre erfährt
heute eine ganz neue Wertschätzung als wichtiges Instrument des hedonistisch orientierten
Lesemilieus. Die Vorlesung wird einen Überblick über diese Theorien bieten und dabei auch
erproben, wie brauchbar die vorgestellten Ansätze in der konkreten Anwendung sind.
Zeit: Mi. 11:40-13:10h
Raum: S2 14/024
Methoden der Literaturwissenschaft (HS)
Seit rund 20 Jahren sind die Literaturwissenschaften durch einen Methodenpluralismus
charakterisiert, der – je nach Position – bedauert und gelobt wird. Eine kaum überblickbare
Fülle verschiedener Richtungen und Ansätze in immer neuen Mischungen und mit immer
schneller verbrauchten Bezeichnungen charakterisiert das Fach. Wellenartig zeigen sich auch
Ermüdungserscheinungen, dann wird, wie unlängst wieder geschehen, das Ende der
Literaturtheorie ausgerufen. Das Seminar will einen Überblick über die wichtigsten dieser
Ansätze aus den letzten 25 Jahren bieten. Zum einen werden dazu die jeweils wichtigsten
literaturtheoretischen Texte gelesen, zum anderen soll aber auch die praktische Umsetzung
dieser Ansätze erprobt werden. Gegenstand dieser praktischen Arbeit wird Ludwig Tiecks
vielinterpretierte Erzählung Der blonde Eckbert (Reclam UB 7732) sein.
Schaffen Sie sich bitte folgenden Titel an: D. Kimmich et.al. (Hg.): Texte zur Literaturtheorie
der Gegenwart. (Reclam UB 9414). Weitere Titel werden am Anfang des Seminars bekannt
gegeben.
Anmeldung: Melden Sie sich bitte bei jannidis@linglit.tu-darmstadt.de per Email an.
Schicken Sie bitte mit Ihrer Anmeldung eine ca. 2-seitige Interpretationsskizze zu Tiecks
Erzählung, in der Sie Ihre Fragestellung, Ihren herangezogenen Kontext, Ihre zentrale These
und Ihr vorgesehenes Verfahren kurz erläutern.
Zeit: Mi. 16:15-17:45h
Raum: S1 03/ 104
00-06 (HS)
Nach 1989 hat sich die deutschsprachige Literatur verändert. Das ist wohl weniger dem Ende
der deutschen Teilung geschuldet, als vielmehr einer tiefgreifenden Veränderung der
Lesekultur: Den Ton geben nicht mehr die streng-asketischen Priester der Hochkultur an,
sondern die Clowns und andere unterhaltsame Artisten. Das Seminar will diese Veränderung
an Romanen der Jahre 2000-2006 verfolgen. Es wird ein leseintensives Seminar sein, das
Bereitschaft zum Experiment voraussetzt. Wir werden wöchentlich einen Roman lesen und
dabei das Spektrum vom traditionellen Hohepriester bis zum anspruchslosen
Unterhaltungskünstler ausmessen. Mein besonderes, aber nicht ausschließliches Interesse gilt
dabei den besonders erfolgreichen Romanen. Auf der Leseliste stehen unter anderem
folgende Titel: Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt. W.G. Sebald: Austerlitz. Wolf
Haas: Das Wetter vor 15 Jahren. Günter Grass: Im Krebsgang. Botho Strauß: Die Nacht mit
Alice, als Julia ums Haus schlich. Florian Illies: Generation Golf. Sven Regener: Herr
Lehmann. Frank Schätzing: Der Schwarm. Elfriede Jelinek: Gier. Eine endgültige Liste aller
Titel erhalten Sie bald nach der Seminaranmeldung, damit Sie Zeit haben, die Bücher vor
dem Semester zu lesen.
Anmeldung: Melden Sie sich bitte bei jannidis@linglit.tu-darmstadt.de per Email an.
Schicken Sie bitte mit Ihrer Anmeldung eine Liste mit 5 weiteren deutschsprachigen Titeln,
die wir Ihrer Meinung nach ebenfalls im Seminar behandeln sollten. Bitte erläutern Sie bei
jedem Titel, warum Sie ihn auf die Liste gesetzt haben.
Zeit: Di. 11:40-13:10h
Raum: S1 03/ 109
Probleme der Literaturtheorie (OS)
Das Seminar behandelt Gegenwartstexte der Literaturtheorie.
Zeit: Di. 16:15h - 17:55h
Raum: S1 03/ 184
WS 2006 / 2007
Einführung in die Methoden der Literaturinterpretation (VL)
Die Vorlesung wird einen Überblick über verschiedene Ansätze zur Interpretation von
literarischen Texten geben. Diese Ansätze werden im literaturwissenschaftlichen
Sprachgebrauch etwas irreführend als 'Methoden' bezeichnet; dabei handelt es sich bei den
meisten Methoden jedoch nicht um eine Reihe von klar definierten Verfahrungsschritten,
sondern vielmehr um Sichtweisen auf literarische Texte, auf ihre Funktion und auf die Art
und Weise, wie sie bedeuten bzw. ästhetisch wirken. Diese Sichtweisen werden durch die
jeweiligen Rahmentheorien der Methoden bestimmt, die auch vorgeben, wie die wichtigsten
Faktoren der literarischen Kommunikation - Autor, Text, Leser, Kontext - konzeptualisiert
werden. Der Überblick wird mit der philologischen Hermeneutik am Ende des 19.
Jahrhunderts beginnen und mit Gegenwartstrends wie den Kulturwissenschaften, Cognitive
Poetics und der analytischen Literaturwissenschaft enden.
Zeit: Mi. 8:00-9:40h
Raum: S1 03/ 223
J. M. R. Lenz (HS)
Lenz war neben Goethe der wichtigste Repräsentant des Sturm und Drang. Seine Rezeption
wurde in positiver wie in negativer Weise lange Zeit durch seinen späteren Wahnsinn
bestimmt. Heute gilt er dagegen als innovativer und radikaler Aufklärer. Das Seminar wird
nicht durch den 'Dichter' Lenz untersuchen, sondern auch den Theoretiker.
Bitte schaffen Sie folgenden Text an: J.M.R. Lenz: Werke, hg. v. Friedrich Voit (reclam
8755). Zu lesen sind die Dramen "Der Hofmeister", "Die Soldaten", der Briefroman
"Der Waldbruder" sowie alle theoretischen Schriften.
Zeit: Di. 11:40h - 13:10h
Raum: S1 03/ 312
Leo Perutz (HS)
Leo Perutz' (1882-1957) Romane zählen immer noch zu den Geheimtipps der
deutschsprachigen Literatur zwischen den Weltkriegen. Seine so eigenwillige wie
unverwechselbare Form der Moderne war bei seinen Zeitgenossen äußerst erfolgreich und
wurde zugleich von seinen schreibenden Kollegen sehr geschätzt. Wie sein Zeitgenosse
Kafka verwendet Perutz phantastische Elemente zur Formulierung von existentiellen
Verunsicherungen. Zugleich ist er ein Meister des historischen Romans. Seine Romane sind -
ungewöhnlich genug für die deutsche Romantradition - streng komponiert; sie weisen eine
ebenso komplexe wie verblüffende Anlage auf und sind außerdem - auch das ungewöhnlich
- ausgesprochen spannend. Das Seminar wird folgende Texte behandeln: Die dritte Kugel
(1915); Zwischen Neun und Neun (1918); Der Marques de Bolibar (1920); Der Meister des
Jüngsten Tages (1923); Der Schwedische Reiter (1936); Nachts unter der steinernen Brücke
(1953). Alle Texte sind bei dtv erhältlich bis auf Die dritte Kugel (Zsolnay). Die Lektüre der
Texte vor dem Seminar wird vorausgesetzt
Zeit: Mi. 16:15- 17:45
Raum:
Probleme der Literaturtheorie (OS)
Das Seminar behandelt Gegenwartstexte der Literaturtheorie.
Zeit: Di. 16:15h - 17:55h
Raum: S1 03/ 184
SS 2006
Lessings Dramen (PS)
Das Seminar wird eine Einführung in die bekanntesten Dramen Lessings geben: "Miß Sara
Sampson", "Emilia Galotti", "Nathan der Weise" und die Komödie "Minna von Barnhelm".
Bitte schaffen Sie sich für die Seminararbeit die Reclamhefte und die Reclamkommentare an.
Weiterführende Literatur finden Sie ab Semesteranfang im Seminarfach der
Institutsbibliothek.
Zeit: Mi. 9:50h - 11:20h
Kafkas Romane (HS)
Kafkas Romane zählen zu den wichtigsten Beiträgen der deutschsprachigen Literatur zum
Kanon der Moderne. Das Seminar wird, ausgehend von den textkritischen Problemen, ein
Close Reading der drei Romane unternehmen. Eine Liste wichtiger Sekundärliteratur wird
rechtzeitig an alle Seminarteilnehmer verschickt.
Textgrundlage für das Seminar wird **nicht** die Brod-Ausgabe sein, sondern Franz Kafka: Die Romane und Erzählungen. Alle Texte in Originalfassung.
Fischer 19,90 EUR. ISBN 3-596-16455-9
Zeit: Di. 11:40h - 13:10h
Johann Wolfgang Goethes 'Faust'. Entstehungsgeschichte und Textgenese (HS)
Am 'Faust' hat Goethe fast sein ganzes Leben geschrieben. Die Anfänge reichen weit in die
Frankfurter Zeit zurück, der Abschluß gelang erst im letzten Sommer seines Lebens, 1831 in
Weimar. Anders als das Seminar des vergangenen Semesters steht im Mittelpunkt dieser
Veranstaltung die Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte des Goetheschen Hauptwerkes
und die Frage nach ihrer Relevanz für die Deutung der Dichtung. Auch die Möglichkeiten
und Ziele einer genetischen 'Faust'-Ausgabe sollen zur Sprache kommen.
Empfohlene Literatur: Goethes 'Faust' in der kommentierten Ausgabe von Albrecht Schöne, jetzt günstig im
Taschenbuch. Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch, Frankfurt am Main 2005, 2 Bde
(Text und Kommentar)
Teilnehmern, die nicht bereits am Seminar des WS 05/06 teilgenommen haben, müssen in der
ersten Sitzung eine Textkenntnisklausur schreiben.
Zeit: Mi. 16h-18h
Ort: Achtung, das Seminar findet teilweise in Frankfurt statt. Es beginnt dort am 26.4.: IG 0.454
Oberseminar
Das Oberseminar wird sich mit Literaturtheorie beschäftigen. Die genauen Themen und die
Lektüren werden am Anfang des Seminars gemeinsam festgelegt.
Zeit: Di. 16:15h-17:45h
WS 2005/06
Was ist Literatur (VL)
Gibt es besondere Merkmale literarischer Texte? Sind literarische Texte besonders wertvoll?
Der Begriff der Literatur hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Konnte man vor 30 Jahren noch unbelächelt einen fiktionalen Unterhaltungstext
mit den Worten "Das ist keine Literatur!" beiseite schieben, so hat sich heute gegen diesen normativen Literaturbegriff ein deskriptiver durchgesetzt.
Der Umfang dessen, was als 'Literatur' bezeichnet wird, schwankt seit dem 19. Jahrhundert zwischen zwei Auffassungen. Ein weiter Literaturbegriff umfaßt alles,
was geschrieben worden ist, während ein enger Literaturbegriff nur diejenigen Texte umfaßt, die ein besonderes Merkmal aufweisen:
Literarizität bzw. Poetizität oder auch Fiktionalität. Doch der Begriff 'Literatur' ist nicht nur auf der Ebene der Wissenschaftssprache problematisch;
auch auf der Phänomenseite erweist er sich als schwierig. Hatte die Antike oder das Mittelalter eine Literatur? Was ist Literatur in anderen Kulturen?
Zeit: Mi. 9:50h - 11:20h
Faust (HS)
Goethes wichtigstes Drama gilt mit guten Gründen als besonders schwer zugänglich. Zur Komplexität des Textes trägt die über 60jährige
Entstehungsgeschichte der beiden Teile nicht unwesentlich bei. Der nicht genau datierbare Anfang der Arbeit fällt in die Frankfurter Jahre,
letzte Verbesserungen an der großen Reinschrift des erst posthum veröffentlichten zweiten Teils nahm Goethe noch wenige Wochen vor seinem Tod in Weimar vor.
In dieser großen Zeitspanne haben sich Goethes Poetik und insbesondere seine Auffassung vom künstlerischen Zeichen grundlegend verändert. Das Seminar
wird in einer eingehenden Textlektüre diesen Wandel am Text zu rekonstruieren suchen und dabei auch wichtige Positionen der Forschung zum 'Faust' heranziehen.
Es soll im nächsten Semester fortgesetzt werden mit einem Seminar, das den Problemen einer 'Faust'-Edition gewidmet ist.
Das Seminar wird teilweise in Darmstadt und teilweise in Frankfurt stattfinden.
Textgrundlage: Albrecht Schöne (Hg.), Johann Wolfgang Goethe, Faust. Frankfurt: Insel 2003 (erschwingliche Taschenbuchversion der 1994 im Rahmen der
DKV-Ausgabe erschienenen Ausgabe).
Teilnehmerbeschränkung: 45
Anmeldung per Email - bitte mit Angabe der Universitätszugehörigkeit - bis 1. 9. 2005 an:
Zeit: Mi. 16:15-17:45h
Raum: Ort der ersten Sitzung: Frankfurt, Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethemuseum. Großer Hirschgraben 23-25. Sitzungen in Darmstadt:
S1 03/ 100
Korpusanwendungen in Literaturwissenschaft und Linguistik (HS mit Übung)
Literaturwissenschaft und Linguistik verbindet das gemeinsame Interesse für Sprache. Computerphilologie und Corpus-Linguistik sind die Bereiche der beiden Disziplinen, in denen eine corpus-basierte Methodologie die traditionellen hermeneutischen Verfahren ergänzt und eine andere Sicht auf Texte verspricht. In diesem Seminar wollen wir Theorien und Methoden corpus-basierter Zugänge zur Textanalyse aus literaturwissenschaftlicher und linguistischer Perspektive betrachten. Im Mittelpunkt sollen dabei literaturwissenschaftliche und linguistische Betrachtungen von Stil und Register stehen, um zu demonstrieren, in welcher Weise Stil- und Registeranalysen von einer systematischen Untersuchung auf der Basis elektronischer Corpora profitieren können.
Neben einer Einführung in Theorien der Stilistik und der Registeranalyse wird das Seminar von praktischen Übungen im Einsatz des Computers bei der Textanalyse begleitet.
Voraussetzungen für die Teilnahme:
Erfolgreicher Abschluß des Grundstudiums durch Nachweis der bestandenen Zwischenprüfung. Sie sollten mit der grundlegenden Benutzung des Computers und dem Einsatz eines Textverarbeitungsprogramms (z.B. Word, WordPerfect) vertraut sein. Es werden KEINE Programmierkenntnisse vorausgesetzt!
Anmeldung bis spätestens 1. Oktober an:
Studierende, die einen Schein erwerben wollen, müssen ein Referat halten und eine Hausarbeit im Umfang von 20-25 Seiten bis spätestens 31. März 2006
abgeben. - Es können Scheine in Germanistik (Literaturwissenschaft) und Anglistik erworben werden. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, für welches Fach
Sie einen Schein erwerben möchten.
Zeit: Do. 09:50 - 12:15
Raum: S1 03/ 104 + S1 02
Neuere Literatur- und Medientheorien (OS)
Diskutiert werden neuere Texte zur Medien-, Literatur- und Erzähltheorie. Die Liste der Texte wird am Anfang des Seminars festgelegt. Das Oberseminar
steht allen Interessierten offen. Scheine werden nicht vergeben. - Anmeldung bitte per Email oder in meiner Sprechstunde.
Zeit: Di. 16:15 17:55
Raum: S1 03/ 184
SS 2005
Computerphilologie (VL)
Computerphilologie ist ein neues Teilfach der Literaturwissenschaft. Es umfaßt die
gedanklichen Konzepte und das praktische Wissen zur Anwendung des Computers in der
Erstellung und Verwendung digitaler literarischer Texte: Elektronische Editionen,
Textretrieval in elektronischen Texten, Textauszeichnung nach philologischen
Gesichtspunkten. Hinzukommen Hypertexttheorie als Teil der Theorie digitaler Medien
sowie die Analyse von Hyperfiction und Computerspielen. Die Vorlesung wird einen
Überblick über dieses Teilfach geben. Sie richtet sich in erster Linie an
Literaturwissenschaftler und setzt entsprechend keine Vorkenntnisse in der Informatik oder
im Programmieren voraus.
Zeit: Di. 11:40h - 13:20h
Raum: S1 01/ 10
Buddenbrooks (PS)
Die Buddenbrooks waren Thomas Manns größter Erfolg und gelten bis heute als besonders
interessantes Schwellenwerk, das eine Summe realistischen Erzählens darstellt, thematisch
und erzähltechnisch aber bereits darüber hinausweist. Neben der genauen Analyse des Textes
wird das Seminar auch einen Überblick über wichtige Stationen der Buddenbrooks-
Forschung erarbeiten. Text: fischer tb. Bitte lesen Sie auch die Einleitung zur neuen
kritischen Ausgabe des Romans (im Semesterapparat).
Zeit: Mi. 9:50h-11:30h
Raum: S1 03/ 100
Texte im Gebrauch - Pragmatik aus sprach- und literaturwissenschaftlicher Perspektive (HS, gemeinsam mit Prof. Dr. Nina Janich)
Literaturwissenschaft und Linguistik standen vor 30 Jahren in einem engen
Gedankenaustausch. Linguistische Konzepte sollten die als ungenau empfundenen
Sprechweisen der Literaturwissenschaften präzisieren, Literatur stellte eine besondere
Bewährungsprobe für linguistisches Arbeiten dar. Doch die schnelle Lösung der alten
Probleme erwies sich als Trugschluss und seit langer Zeit arbeiten die Fächer nebeneinander
her. In den letzten Jahren sind aber in der linguistischen Pragmatik Konzepte entwickelt
worden, die auch für literaturwissenschaftliche Fragestellungen fruchtbar werden könnten.
Das Seminar will solche Ansätze vorstellen und diskutieren. Für diesen Zweck werden die
beiden Dozenten einen Reader mit theoretischen Texten in englischer und deutscher Sprache
zusammenstellen. Seminarteilnehmer können in einem der beiden Teilfächer einen Schein
machen.
Anforderungen für einen Seminarschein: aktive Mitarbeit im Seminar und Hausarbeit
(Scheine in Sprachwiss. oder Literaturwiss. möglich)
Teilnahmevoraussetzungen: abgeschlossenes Grundstudium
Anmeldung bis zum 31.03.2005 per E-Mail oder in den Feriensprechstunden ausschließlich
bei Janich.
Zeit: Di. 14:25-16:05
Raum: S1 03/ 104
Oberseminar (OS)
Das Oberseminar dient der Diskussion aktueller literatur- und medientheoretischer Texte. Die
genauen Themen werden am Anfang des Seminars gemeinsam bestimmt. Das Oberseminar
steht allen Interessierten offen. Scheine werden nicht vergeben.
Zeit: Mi. 16:15h - 17:55h
Raum: S1 03/ 104
WS 2004 / 2005
Romankultur von 1700 - 1900 (VL)
Romane, seit Hegel als "moderne bürgerliche Epopöe" geschätzt, gelten heute als die Leitgattung fiktionaler Literatur. Das war nicht immer so.
Vielmehr ist das der Endpunkt einer langen Karriere, an deren Anfang eine einheitliche Geringschätzung des Romans stand. Diese Aufwertung, die sich weitgehend
zwischen 1700 und 1900 vollzog, geht einher mit einer rasanten Entwicklung erzählerischer Formen und der Exploration immer neuer Bereiche durch den Roman,
insbesondere der menschlichen Innenwelt. Um die Geschichte dieser Gattung angemessen verstehen zu können, muß man die Texte als Teil einer Kultur sehen,
d.h. vor allem auch im Kontext der einschlägigen Praktiken: Lektüreformen, begleitenden Kommunikationsformen, Buch- und Zeitschriftenherstellung und ihrer
Semiotik, der Verbreitungswege für Romane, Kanonisierungsprozesse usw. Der Gattungsbegriff 'Roman' stiftet dabei eine trügerische Einheit, da
sich für unterschiedliche soziale Milieus unterschiedliche Texte und zugehörige Praktiken etablieren. Das reicht auf der einen Seite von den
sogenannten Volksbüchern, die "wegen des großen Abgangs, mit stehenden Lettern auf das schrecklichste Löschpapier fast unleserlich gedruckt" wurden,
wie Goethe bemerkt, bis zur neuen Form des Kolportageromans im 19. Jahrhundert. Auf der anderen Seite stehen die Texte, die mit zunehmend komplexeren
Symbolisierungsstrategien, nicht selten flankiert von steilen poetologischen Entwürfen, in Konkurrenz zu philosophischen Weltdeutungen treten oder doch eine eigene
Deutungshoheit des Dichterischen beanspruchen.
Zeit: Di. 11:40 13:20
Raum: S1 01/ 7
Grundkurs Literaturwissenschaft II
Der Grundkurs II wird die Literaturgeschichte vom Realismus bis zur Gegenwart anhand der
Literaturgeschichte von Peter J. Brenner und ausgewählter Texte behandeln. Weitere
Themen: die Lyrik- und die Dramenanalyse einschließlich Metrik sowie das Sozialsystem
Literatur und die Verwendung des Computers in der Literaturwissenschaft.
Zeit: Di. 14:25 16:05
Raum: S1 03/ 204
E. T. A. Hoffmann (PS)
E.T.A. Hoffmann galt in Deutschland noch als trivialer Schreckensmann, als man im
Ausland, insbesondere Frankreich bereits den kunstvollen Erzähltechniker bewunderte.
Hoffmann hat das Formenarsenal der Schauerromantik, das er selbst vielfältig bereicherte,
genutzt, um metaphysische und erkenntnistheoretische Fragen zu formulieren. Er ist somit
einer der wenigen kanonischen Autoren deutscher Sprache, die ein breiteres Publikum
erreichen und zugleich höchsten Ansprüchen genügen können.
In der ersten Stunde wird eine Textkenntnisklausur geschrieben werden, deren Bestehen
Voraussetzung für den Seminarbesuch ist.
Literatur: Folgende Erzählungen und Romane werden im Seminar besprochen (UB =
Universalbibliothek Reclam): Das Fräulein von Scuderi (UB 25), Das Majorat (UB 32), Der
goldne Topf (UB 101), Lebensansichten des Katers Murr (UB 153), Die Elixiere des Teufels
(UB 192), Der Sandmann (UB 230), Des Vetters Eckfenster (UB 231), Klein Zaches genannt
Zinnober (UB 306), Meister Floh (UB 365), Rat Krespel (UB 5274), Prinzessin Brambilla
(UB 7953)
Zeit: Mi. 09:50 11:30
Raum: S1 03/ 100
Moderne Editionsphilologie (S)
Grundlage aller wissenschaftlichen Beschäftigung mit Texten ist ihre Bereitstellung in
zuverlässiger Gestalt. Die Erarbeitung von entsprechenden Editionen gehört damit zu den
Voraussetzungen von Literaturwissenschaft, gleichzeitig wirken aktuelle Fragestellungen und
Methodenparadigmen direkt ein auf Konzeption und Realisierung wissenschaftlicher
Ausgaben. Moderne Editionsphilologie steht so in einem vielfältigen Spannungsfeld: Von
theoretischer Seite her sind die Anforderungen stark angestiegen, welche Formen von
Information in Editionen aufbereitet werden sollen. In der Praxis war die Vielfalt von
Editionstypen noch nie so vielfältig wie heute: Das Feld reicht von der Faksimile-Edition, die
durch eine diplomatische Umschrift gerade noch eine Lesehilfe erhält, bis zur ausgefeilten,
medienübergreifenden historisch-kritischen Edition mit genetischem Apparat. Hinzu kommen
in Zeiten knapper werdender Kassen ganz handfeste Veränderungen in den
Rahmenbedingungen für das Erstellen von Editionen, wodurch viele
Transformationsprozesse beschleunigt werden.
Das Seminar wird eine Reihe von Editionen aus den letzten 15 Jahren eingehender
behandeln. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei elektronische Editionen. Außerdem
sollen eine Reihe von neueren programmatischen Theorietexten gemeinsam gelesen werden.
Das Seminar wird in Kooperation mit einer Kollegin Hochstift in Frankfurt / Universität
Frankfurt gehalten werden; ein Teil des Seminars wird daher in Frankfurt stattfinden.
Anmeldungen bitte schriftlich bei abohnenkamp@goethehaus-frankfurt.de (höchstens 35
Teilnehmer). Nähere Angaben zu Programm und Literatur werden Anfang September per
mail zugeschickt.
Literatur: Das Seminar ist keine allgemeine Einführung in die Editionsphilologie, sondern setzt deren
Grundbegriffe voraus. Lesen Sie dazu: Bodo Plachta: Editionswissenschaft. Stuttgart: Reclam
1997.
Zeit: Mi. 16:15 17:45
Raum: S1 03/ 313
SS 2004
Erzähltheorie (VL)
Erzählen ist ein zentrales Element menschlicher Kultur. Nicht nur in der Literatur und
anderen narrativen Kunstformen wie etwa dem Film, sondern auch im Alltag, vor Gericht
und beim Therapeuten wird erzählt. Erzählungen stiften personale, nationale und kulturelle
Identitäten, sie dienen der Erklärung und Begründung und sie erschliessen fremde
Lebenswelten. Die Vorlesung wird einen Überblick über das begriffliche Instrumentarium
geben, das die Erzähltheorie als internationales Forschungsfeld entwickelt hat, um
Erzählungen genauer zu beschreiben und damit besser verstehen zu können. Einen
Schwerpunkt wird die Darstellung der formalistischen Erzähltheorie bilden, die aber um
einen ausführlichen Überblick über die zahlreichen Ausweitungen und Umdeutungen des
Forschungsfeldes in der Gegenwart ergänzt werden soll. Soweit dies möglich ist, sollen die
Begriffe und Probleme an konkreten Beispielen aus Film und Literatur diskutiert werden.
Zeit: Di. 11:40-13:20
Raum: S1 01/ 10
Grundkurs Literaturwissenschaft I
Der Grundkurs vermittelt die Grundbegriffe des literaturwissenschaftlichen Studiums: Was
hat das "Wissenschaft" in der Literaturwissenschaft zu bedeuten? Wie suche ich
Forschungsliteratur? Was ist der Unterschied zwischen normalen und wissenschaftlichen
Lesen? Was ist eine historisch-kritische Edition und wie verwendet man sie? Was sind
Metrik und Rhetorik und was davon sollte man auf jeden Fall wissen? Was ist literarische
Kommunikation und warum unterscheidet sie sich von der Alltagsrede? Wie analysiert man
Lyrik? Womit wir uns nicht beschäftigen (weil das Inhalt des zweiten Teils ist): Erzähltext- und
Dramenanalyse, Methoden
Schein: Voraussetzung für den Scheinerwerb ist das Bestehen der Klausur am Ende des
Seminars, der regelmäßige Besuch des Seminars und das Bearbeiten einer Reihe von kleinen Aufgaben während des Seminars.
Literatur: Grundlage des Seminars ist ein Reader. Wie Sie an den Reader kommen, erfahren Sie bei
der Seminaranmeldung.
Zeit: Di. 14:25 -16:05
Raum: S1 03/ 104
Popromane von Christian Kracht bis Sven Regener (PS)
Die neue deutsche Popliteratur der 1990er Jahre hat, nach der Ansicht ihrer Vertreter und
Theoretiker, mit den Konventionen gebrochen, die das literarische Leben bis dahin geprägt
haben. Die Autoren berichten aus dem bundesrepublikanischen Alltag, und ihre Texte
kommen ganz leicht daher, ja scheinen eher autobiographische Dokumente als Kunstwerke
zu sein. Die Leser haben es ihnen mit hohen Verkaufszahlen gedankt, während die Kritiker
die "neuen Archivisten" zumeist mißgelaunt an ihren subversiven Vorläufern gemessen und
für zu leicht befunden haben. Das Seminar wird einige Popromane auf ihre Poetologie und auf ihre Stellung im
zeitgenössischen literarischen Feld hin untersuchen. Achtung: Die Romane sind zwar leicht
zu lesen, aber das Seminar wird sich eine ganze Reihe von Texten vornehmen, die Sie vor
Beginn des Seminars gelesen haben sollten.
Schein: Voraussetzung für den Scheinerwerb ist der regelmäßige Besuch des Seminars,
Beteiligung an der Seminardiskussion, ein Referat sowie eine schriftliche Hausarbeit.
Primärliteratur: Thomas Brussig: Am kürzeren Ende der Sonnenallee (fischer tb). Christian
Kracht: Faserland (goldmann tb). ders: 1979 (dtv). Benjamin von Stuckrad-Barre: Soloalbum
(Kiepenheuer). Sven Regener: Herr Lehmann (goldmann 45330). Alexa Hennig von Lange: Relax. (rororo 22494)
Sekundärliteratur: Moritz Baßler: Der deutsche Pop-Roman (Beck tb).
Zeit: Mi. 14:25 - 16:05
Raum: S1 03/ 12
Medientheorien (S)
Literatur war lange Zeit das wichtigste Medium zur künstlerischen Reflexion der Welt, hat
ihre dominante Position aber bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts räumen
müssen. Die kulturkritischen Ängste am Anfang dieser Entwicklung sind inzwischen
weitgehend einer ausgewogeneren Beschreibung gewichen. Der Medienpluralismus der
Gegenwart reicht vom Roman über die Hyperfiction bis zum Comic, vom Spielfilm über das
Hörbuch bis zum Computerspiel. Diese Situation hat die Theorie in zweifacher Weise
herausgefordert: Zum einen versuchen Theorien der Medien den beschleunigten Wandel
begrifflich zu fassen, zum anderen machen die neuen Medien häufig erst das Spezifische
der alten sichtbar. Die unübersichtliche Lage im Gegenstandsbereich spiegelt sich - das sei
gleich hinzugefügt - aber auch in den Theorien. Falsche Propheten haben dieses
Forschungsfeld wiederholt in Verruf gebracht, aber auch die Auseinandersetzung mit
solchen Theorien gehört dazu.
Schein: Voraussetzung für den Scheinerwerb ist der regelmäßige Besuch des Seminars,
Beteiligung an der Seminardiskussion, ein Referat sowie eine schriftliche Hausarbeit.
Literatur: Günter Helmes, Werner Köster: Texte zur Medientheorie (reclam 18239). Weiteres im
Seminar
Zeit: Mi. 09:50 - 11:30
Raum: S1 03/ 100
WS 2003 / 04
Computerphilologie (PS)
Das Seminar gibt eine Einführung in das neue Teilfach der Literaturwissenschaft namens Computerphilologie. Behandelt werden folgende Themen: Theorie und Geschichte
der digitalen Medien, Erstellung von elektronischen Texten, Verwenden von elektronischen Texten, Verwendung von philologischer Software, Computerspielanalyse.
Vorwissen: Sie sollten die Basisfunktionen eines Computers kennen, das ist ungefähr das, was für die Textverarbeitung notwendig ist. Sie müssen nicht
über Programmierkenntnisse verfügen.
Lit.: Einführend F.J.: Was ist Computerphilologie? . Weiteres im Seminar.
Download:
1. Sitzung --
2. Sitzung --
3. Sitzung --
4. Sitzung --
5. Sitzung --
[Die Folien für die letzten beiden Sitzungen sind leider zu umfangreich geworden]
Powerpoint Viewer herunterladen.
Erzählen im 19. Jahrhundert (PS/S)
Das 19. Jahrhundert hat eine Flut an Romanen und Erzählungen hervorgebracht und dabei haben sich Erzählweisen herausgebildet und etabliert, die heute noch
weitgehend Gültigkeit haben. Das Seminar wird anhand von kanonisierten Texten wie etwa Droste-Hülshoffs Die Judenbuche insbesondere der Frage nachgehen,
auf welche Weise Texte suggerieren, daß sie ein wirkliches Geschehen wiedergeben und von wirklichen Menschen handeln - und wie sie dabei zugleich etwas bedeuten.
Literatur: Helmut Winter (Hg.): Deutsche Erzählungen: Von Droste-Hülshoff bis Raabe. (Serie Piper 3561) München 2002.
Vorbereitung: Bis zur ersten Sitzung bitte Die Judenbuche lesen.